Filmkritik
Filmkritik

The Good, the Bad, the Weird

Der südkoreanischer Comedy-Western „The Good, the Bad, the Weird “ (2008) stammt von Regisseur Kim Jee-woon.

In der Mandschurei der 1930er Jahre löst eine Begegnung in einem Zug einen epischen Kreuzzug um eine Schatzkarte aus, der zu einer Marathon-Verfolgungsjagd auf der Suche nach der Beute führt. Do-won, "The Good", ist ein Kopfgeldjäger, der Chang-yee, "The Bad", aufspüren soll, einen charismatischen Auftragskiller, der die Karte von einem Militärbeamten stehlen will. Doch der skrupellose Tae-goo (The Weird) macht beiden einen Strich durch die Rechnung, als er die Karte für sich selbst sichert.

Der Film ist inspiriert (bzw. parodiert) durch Sergio Leones Italowestern „Zwei glorreiche Halunken“ (1966; Originaltitel: „The Good, the Bad and the Ugly“) mit Clint Eastwood, Lee Van Cleef und Eli Wallach.

Handlung / Inhaltsangabe

In der Wüstenwildnis der Mandschurei im Jahr 1939, Monate vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. The Bad (Der Schlechte) - ein Bandit und Auftragskiller - wird angeheuert, um eine Schatzkarte von einem japanischen Beamten zu erwerben, der mit dem Zug reist. Bevor er sie jedoch bekommen kann, stiehlt The Weird (Der Seltsame) - ein Dieb - die Karte. Mittlerweile lässt The Bad den Zug entgleisen. Dabei werden die japanischen und mandschurischen Wachen sowie verschiedene Zivilisten abgeschlachtet. The Good (Der Gute) - ein Kopfgeldjäger mit Adleraugen - taucht auf, um das Kopfgeld auf The Bad einzufordern. The Weird nutzt die Gelegenheit und flieht.

Eine Horde mandschurischer Banditen möchte die Karte ebenfalls stehlen, um sie auf dem Geister-Markt zu verkaufen. Der Seltsame hofft die Rätsel der Karte zu entschlüsseln, da er glaubt, sie führe ihn zu Gold und Reichtümern, die von der Qing-Dynastie vor deren Untergang vergraben wurden. Im weiteren Verlauf eskalieren die Kämpfe; Kopfgelder werden ausgesetzt und erhöht.
Währenddessen bemüht sich die japanische Armee, die Karte zurückzugewinnen, da sie augenscheinlich in der Lage ist, das japanische Kaiserreich zu retten.

Nach einer Reihe von aufwändig inszenierten Kämpfen mündet der Konflikt in eine finale Verfolgungsjagd, in der alle gleichzeitig den Seltsamen jagen. Die japanische Armee tötet dabei die meisten der mandschurischen Banditen. Der Gute tötet wiederum viele der japanischen Soldaten. Die Bande des Schlechten wird nach und nach dezimiert.

Letztendlich erreichen nur der Schlechte, der Gute und der Seltsame den Ort, an dem der Schatz vergraben sein soll. Nach einem langen Mexican standoff schießen sie sich gegenseitig nieder. Während sie alle drei blutend im Sand liegen, schießt aus dem Loch plötzlich eine große Fontäne Erdöl.

Der Gute überlebt, ebenso wie der Seltsame, dessen Kopfgeld weiter erhöht wird. Eine neue Jagd durch die mandschurische Wüste beginnt.

 

Kritik / Review

Kurz & Schmerzlos

"The Good the Bad the Weird", ist ein Kimchi-Western, der sich schamlos an seine Spaghetti-Vorfahren anlehnt, aber dennoch ganz und gar koreanisch bleibt. Diese krawallige und ausgelassene Parodie nimmt sich selbst nie zu ernst, und macht aber eine Menge Spaß.

Einige werden bemängeln, dass die Handlung hauchdünn ist und sich mit einem Satz „Jemand hat eine Schatz-Karte, die wir haben wollen, also nehmen wir sie uns.“ auf den Punkt bringen lässt.

Die Kameraführung ist atemberaubend, mit großen aufwendigen Sets, deren Weite voll ausgeschöpft wird. Die meisten Stunts und Effekte sind real, CGI ist auf ein Minimum beschränkt.

Die Aktion ist sehr gut gemacht, Herzklopfen bleibt nicht aus und zwischendurch Lachen bis der Arzt kommt. Pferde galoppieren, Autos überschlagen sich, Züge brettern auf Schienen durch die Landschaft und echte Pyrotechnik kommt mitten der Wüste Gobi zum Einsatz.

Der koreanische Komiker Song Kang-Ho füllt die „Weird“ Rolle von Tae-Goo mit Hingabe aus, mit einer Kombination aus Bauernschläue und Schrulligkeit.
Lee Byung-Hun präsentiert den „Bad“ Charakter, den ebenso brutalen wie verrückten Gangster Chang-Yi.
Die dritte Hauptrolle, die „Good“ Rolle, wird von Jung Woo-Sohn gespielt, der den coolen, in sich ruhenden und mehr als nur ein wenig arroganten Kopfgeldjäger Do-Won darstellt. Während Do-Won von den beiden anderen in den Schatten gestellt wird, überstrahlt er in gegen Ende des Films alle anderen.

Der offizielle Trailer

Dieser Film ist fantastisch, berauschend und macht Spaß. Eine tiefschürfende Charakter- oder Milieustudie ist er nicht. Auch wenn Kopfgeldjäger, Gesetzlose und dergleichen vorkommen, der Film ist kein Western, eher eine humorvolle Persiflage dieses Genre.

Hintergründe

Ein paar Details & Anekdoten

Schauen Sie sich unbedingt den Abspann an, da dort großartige Fotos, die hinter den Kulissen entstanden sind, gezeigt werden.

Regisseur Jee-woon Kim sagt, er würde den Film gerne als "Kimchee-Western" bezeichnen, nach dem koreanischen Essen, das aus fermentiertem Kohl hergestellt wird. Er sagt, er findet, dass die Handlung und der Film würzig und lebendig sind, wie die koreanische Kultur und die Menschen.

Das Tresormodell "Franz Jäger" taucht im Original in der dänischen Filmreihe "Olsen Banden" auf. Ein Zusammenhang zwischen beiden ist nicht bekannt.

Der Film steht auf der Liste "1001 Movies You Must See Before You Die", herausgegeben von Steven Schneider (* 1974).

 

Filmkritiken

Weitere Kritiken bekannter Filme

The Good, the Bad, the Weird — Film